



Kleine Indoor-Hubschrauber mit Koaxial-Rotoren sind relativ leicht beherrschbar und zudem robust und preiswert. Dennoch können sie - wie "richtige" Hubschrauber - um alle drei Achsen gesteuert werden und eignen sich daher auch hervorragend zum preiswerten Einstieg in das faszinierende Hobby "Modellhubschrauber".
Ihre gutmütigen, stabilen Flugeigenschaften verdanken alle Koaxialhubschrauber hauptsächlich ihren beiden gegenläufig drehende Hauptrotoren, die für einen hundertprozentigen Drehmomentausgleich sorgen. Ein Heckrotor entfällt daher. Wenn manche der kleinen Koaxialhubschrauber trotzdem mit einem Heckrotor ausgestattet sind, dann nur aus optischen Gründen, um dem gewählten Vorbild (Bell, Alouette, Lama) ähnlicher zu sehen.
Die beiden koaxial angeordneten Hauptrotoren werden über zwei ineinander liegende Wellen von zwei Elektromotoren angetrieben. Da jeder Motor mit einem eigenen Regler ausgestattet ist, können Drehungen um die Hochachse durch Drehzahlunterschiede zwischen beiden Motoren gesteuert werden. Hierzu sind die beiden Regler durch einen Mischer verbunden.
Zur Richtungssteuerung dient - wie bei fast allen Hubschraubern - eine ganz normale Taumelscheibe, die jedoch nur mit dem unteren Rotor verbunden ist. Der obere Rotor ist ungesteuert und dient in Verbindung mit einer darüber liegenden Stabilisierungsstange ausschließlich zur Stabilisierung der Fluglage. Diese Anordnung führt zu weichen und gleichzeitig stabilen Steuerreaktionen.
Der Empfänger, die beiden Drehzahlsteller, sowie ihr Mischer und ein Piezokreisel zur Stabilisierung der Hochachse sind in einem speziellen Elektronikbaustein zusammengefasst, der als "4-in-1" bezeichnet wird und meist in der Kabine untergebracht ist.
aus ROTOR-Ausgabe 4/2007, Gunther Winkle