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Schreib-Projekt "Wände - Mauern"


Sprichwörter und Redewendungen

von Stephanie Belz und Francoise Schatz

Allgemein

Definition:
Sprichwörter sind ganze Sätze, die meist eine Lebenserfahrung ausdrücken. Wie z.B.: "was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht."

Definition:
Redewendungen sind Verbindungen von mehreren Wörtern, die eine Einheit bilden und deren Gesamtbedeutung nicht direkt aus der Bedeutung  der Einzelelemente abgeleitet werden können. Es sind feste Wortverbindungen, deren Bestandteile nur schlecht, oder gar nicht ausgetauscht werden können.

Sprichwörter und Redewendungen lassen sich bis in die Antike zurück verfolgen und begegnen uns bis heute in unserem alltäglichen Leben.
Sie werden in der Alltagssprache verwendet und tauchen immer wieder in Werbungen, den Medien und der Literatur auf. Doch ihr eigentlicher Ursprung, ihre Bedeutung und ihr Gebrauch sind heute schwer nachzuvollziehen, da sich die Sprichwörter im Laufe der Jahre stark verändert haben. Entweder durch falsche Überlieferungen, durch Fehler in der Übersetzung oder Umdeutungen kennen wir heute ihre ursprüngliche Form nicht mehr. Viele Sprichwörter stammen aus der Bibel und wurden durch Übersetzter wie z.B. Martin Luther stark verändert.
Die Wurzeln der ersten deutschen Sprichwörter kann man bis ins frühe 15. Jahrhundert nach verfolgen, da sie während dieser Zeit, aufgrund ihrer vermehrten Anwendung in Schulen und in Predigten gesammelt und aufgeschrieben wurden.
In dieser Zeit wurden Sprichwörter auch vermehrt in literarischen Texten verwendet und somit wurde ihr Erhalt gesichert.
Doch trotz dessen lassen sich Sprichwörter nach dem 16. Jahrhundert nicht mehr nachweisen.
Heute entwickeln sich Sprichwörter auch aus populären Buch- und Filmtiteln und aus abgekürzten Refrains aus Volksliedern oder Schlagern.

Bedeutung von Sprichwörtern:

Sprichwörter und Redewendungen sind Bestandteile der Kommunikation, sollen Erfahrungen zur Orientierung des Lebens übermitteln und zeigen lebenspraktische Regeln.
Andere Sprichwörter dagegen sind aber auch Religions- oder Sozialkritisch
z.B.: Als Adam grub, und Eva spann, wo war denn da der Edelmann?
Im 15. Jahrhundert gaben deutsche Sprichwörter oft Predigtthemen vor
z.B.: Der muss sich selbst loben, er hat böse Nachbarn!
In der Literatur:   Im Mittelalter sollten Sprichwörter in der Literatur die Menschen in den Inhalt mit einbinden und wurden verwendet um die Handlungen der Personen zu kommentieren oder zu strukturieren.
In der Schule sollten sie moralisch-ethische Werte und Verhaltensregeln vermitteln

Pieter d. Ä. Bruegel: Nieder­ländische Sprichwörter, 1559

Es enthält 100 Sinnsprüche und Redewendungen und ist ein Ölgemälde von 1559. Die Redewendungen sind in alltäglichen Situationen dargestellt.
Zum Beispiel:
1.) Er sitzt zwischen 2 Stühlen
2.) Bis an die Zähne bewaffnet

 

Beispiele: Stichwort Mauer/Wand

Pünktlich wie die Maurer:
Es bedeutet, dass man immer auf die Minute genau pünktlich ist und nie zu spät kommt, oder etwas zu spät erledigt. Bei dieser Redensart ist der Entstehungszeitpunkt unbekannt. Der Ursprung im Allgemeinen ist jedoch bekannt. Es leitet sich von einem verbreiteten Vorurteil ab, das die Maurer immer sehr pünktlich zum Feierabend ihr Arbeitshandwerk aus den Händen legen. Dieses Vorurteil wird auch in einigen Witzen aufgegriffen.
    
Mauerblümchen:
1.) im positiven Sinn: Mit diesem Ausdruck wird eine Person bezeichnet, die einer   traurigen, eintönigen Umgebung entgegenwirkt, sie somit   auflockert und aufheitert
2.) im negativen Sinn: " Eine meist weibliche Person, die ihre sexuellen und anderweitigen positiven Vorzüge nicht richtig zum Ausdruck bringt, bzw. diese vermutlich gar nicht besitzt und deswegen auf das andere Geschlecht eher unauffällig wirkt." Die Bezeichnungen leiten sich von dem Bild einer Blume ab, die einzeln und verlassen an einer Mauer wächst.

Den Teufel an die Wand
Damit ist gemeint, dass man Unheil heraufbeschwört. Es geht aus einem alten Aberglauben hervor. Es galt, wer den Namen des Teufels ausspricht, oder ihn sich sogar bildlich vorstellt, ruft ihn herbei.
 
Mit dem Rücken zur Wand stehen:
bedeutet, sich in einer fast auswegslosen Situation zu befinden, oder einer für sich sicheren Position handeln.

Mit dem Kopf durch die Wand:
stur sein, und sein Absichten unbedingt durchsetzten wollen, obwohl dies fast aussichtslos erscheint.

Die Wände haben Ohren: 
es kann alles, was geredet wird belauscht werden und man fühlt sich nicht sicher.

Wenn die Wände reden könnten:
An diesem Ort sind schon viele außergewöhnliche und interessante Ereignisse geschehen, über die man gerne mehr erfahren würde. Diese wurden allerdings nicht festgehalten, oder sind unvollständig, somit ist es unmöglich näheres zu erfahren.

Die Wand mitnehmen:
sich selbst, oder die Kleidung, die man trägt an einer Wand dreckig machen, indem man an ihr vorbei streicht und dabei etwas Farbe oder Kalk hängen bleibt.

Das ist, um die Wände hochzugehen:
Dieser Ausdruck wird oft verwendet, wenn man sich sehr über eine Sache aufregt, um seine Empörung auszudrücken.

Jemanden an die Wand stellen (lassen):
bedeutet soviel, wie jemanden erschießen, oder erschießen zu lassen.Die Wendung kommt daher, dass früher bestimmte Erschießungen vor einer Wand oder Mauer durchgeführt wurden.

Jemanden an die Wand spielen:
1.) jemandes Einfluss durch geschicktes Vorgehen ausschalten Bsp: Ein erfahrener Politiker lässt sich nicht so ohne weiteres  von einem Jungen an die Wand spielen.
2.) jemanden, zum Beispiel im Sport, durch einen guten und fairen Wettkampf übertrumpfen.

Gegen eine Wand/ Mauer reden:
Damit ist gemeint, dass man versucht, jemandem etwas klar zu machen, indem man auf ihn einredet, dieser jedoch gar nicht reagiert und total stur ist.

Jemanden stört die Fliege an der Wand:
jemand, der sich über jede Kleinigkeit aufregt.

Löcher in die Wand starren:
wird verwendet, wenn jemand ganz abwesend ist, und die ganze Zeit auf ein und dieselbe Stelle starrt.

Der Lauscher an der Wand hört seine eigene Schand':
wird gebraucht, wenn man jemandem klar machen will, dass heimliches lauschen schlecht und unanständig ist.

Narrenhände beschmieren Tisch und Wände:
wird meistens zu Kindern gesagt, die auf irgendwelchen Sachen malen, die eigentlich gar nicht zum bemalen gedacht sind. Es soll bedeuten, dass es dumm ist, Dinge zu bemalen, die dafür nicht gedacht sind.

 

Weitere Sprichwörter / Redewendungen

- Den Karren an die Wand fahren
- Spieglein, Spieglein an der Wand
- Zwischen Tür und Wand lege niemand seine Hand
- Scheiss die Wand an
- Mauer des Schweigens
- von einer Mauer von Vorurteilen umgeben sein
- Mauern in den Köpfen
- Ein Finger macht keine Hand und ein Balken keine Wand
- Besser Nachbar an der Wand, als Vater und Freund über Land
- Mauer machen/stehen
- da wackelt die Wand/ dass die Wände wackeln
- jmdn. an/gegen die Wand drücken
- in seinen eigenen vier Wänden
- aussehen, wie an die Wand gepinkelt
- zu dumm sein, einen Pudding an die Wand zu nageln
- spanische Wand
- weiß wie die gekalkte Wand

 

Quellenangaben:

www.phrasen.com/tags/wand
www.redensarten-index.de/register/w
www.ids-mannheim.de/kl/projekte/uwv/uwv.html
www.operone.de/stw.li.php?search=&operator=&page=157
www.zitate-online.de/sprichwoerter/
www.ideas.de/sprichwort.php
http://de.wikipedia.org/wiki/ mauerbl%C3%BCmchen
http://de.wikipedia.org/wiki/Redewenungen
www.w-akten.de/deutsch-redewendungen.phtml
www.detlev-mahnert.de/redwendungen.html

Duden-Redewendungen und sprichwörtliche Redensarten (Band 11)