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Fantasie besiegt Mammon

Foto: B. Damm

Schafft es Mammon (Antonia Lux) und seine Gehilfen, oder schafft er es nicht, die Fantasie (Emma Jannausch), die sich ihm – aus Dummheit – verkauft hat,  auf Dauer in einen Käfig einzusperren? Zunächst ja, aber dann schafft es das Kind (Lena Moll) mit Hilfe der Unterstützung der Tiere – Katzen, Hunde, Stiere, Raben, Eulen – und ihrer Zaubersprüche, die 5 Türen und Schlösser wieder zu öffnen. Dass Geld (Knete, Moos, Kies)  die Welt regiert und man sich schnell daran gewöhnt, dass aber der Gott des Geldes keine Macht hat, wenn man ihn nicht annimmt, zeigte sich im Spiel im Verhalten des Kindes und seiner Begleiter, auf die es im Laufe seiner Reise trifft. Seien es die musikalischen Ohrwürmer, denen Reichtümer versprochen werden, seien es die zu mammonisierenden Schnuppernasen, die Nr. 2 besipielsweise die Bonuszahlungen streichen, seien es die Luftgucker oder die Feinschmackinger, die als Köche arbeiten – alle lehnen sie das Angebot von Mammon ab, der nicht einmal ein neues Wort erfinden kann, so dass die Fantasie am Ende befreit  wird. Als Zuhörer war man versucht, sich dies auch in der Finanzkrise zu wünschen - unrealistisch ? Am Ende des Stücks wird angedeutet, dass Mammon es immer wieder neu probiert und -wie zu denken wäre- auch Erfolg haben könnte. 
Nicht nur die Inhaber vieler kleiner Rollen, auch die kleinen Instrumentalisten und Sänger aus der Unterstufe hatten sich spielerisch und musikalisch mächtig ins Zeug gelegt, etwa um die Tiere zu illustrieren oder nach Art des antiken Chores das Spiel zu kommentieren. Eva und Gerald Schelle hatten eine enorme Regiearbeit geleistet und Peter Joas hattedie Musik für den Musiktheatergebrauch der Unterstufe gekonnt arrangiert. 
Das Publikum honorierte diese Gesamtleistung mit großem Beifall.  

Annerose Fischer-Bucher