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Am 21. Juni 2009 wurde Frau Myriam Keinath als Pfarrerin im Schuldienst im Rahmen eines Gottesdienstes durch Schuldekanin Schullehner investiert. Als Vertreterin des Hohenstaufen-Gymnasiums hat Frau OStR' Lehnert-Branz folgendes Grußwort gesprochen:


GRUSSWORT ZUM INVESTITURGOTTESDIENST VON  FRAU KEINATH

21.06.09

Liebe Frau Keinath, liebe Kirchengemeinde

I. Das Hohenstaufengymnasium Göppingen, in dessen Namen ich hier das Grußwort sprechen darf, freut sich ganz besonders, Sie liebe Frau Keinath, in das Kollegium als Religionslehrerin aufnehmen zu dürfen.
Dieser erfreuliche Umstand sichert uns die Möglichkeit, dass das Fach Evangelische Religion weiterhin in allen Klassen ordnungsgemäß unterrichtet werden kann.
Darauf richtete die Schulleiterin des Hogy, Frau Dr. Hink, in großer Wertschätzung für das Fach jedes Jahr neu ihr Augenmerk.
Von Frau Dr. Hink, die leider dienstlich verhindert ist, darf ich Ihnen herzliche Grüße und gute Wünsche für die neue, verantwortungsreiche Aufgabe überbringen.


II. Mit dem Fach Religion an öffentlichen, staatlichen Schulen hat es seine besondere Bewandtnis: Einerseits:
Es ist ganz normales, ordentliches Unterrichtsfach im Fächerkanon von Mathematik, Englisch, Spanisch Erdkunde und wie die Fächer alle heißen.
Die Religionslehrerin oder der Religionslehrer hat die äußeren formalen
Rahmenbedingungen, die der Staat vorgibt, zu erfüllen. Das sind Wissensvermittlung in entsprechend effektiv aufbereiteten Unterrichtsverfahren, Leistungserhebung und Abnahme von Prüfungen, wenn es  z.B. um das Abitur geht.

Andererseits aber ist "Religion" auch ein ganz besonderes Fach. Ich meine damit nicht die Tatsache, dass es sich um das einzige Fach in der Schule handelt, aus dem man sich aus Gewissensgründen abmelden kann. Schon in der Formulierung der Unterrichtsziele bekommt das Fach ein außergewöhnliches Profil:  

 Zitat aus dem Lehrplan
"Der RU begleitet Kinder und Jugendliche bei ihrer Orientierung und Suche nach  Lebenssinn"
an anderer Stelle heißt es
 Er "dient in Dialog und Auseinandersetzung ? dem Verstehen
und der Gestaltung des gesellschaftlichen Miteinanders"
und
"er ermutigt zu verantwortungsvollem, solidarischem Handeln
auf der Grundlage christlicher Werte".


Allein schon mit diesen wenigen Zitaten aus dem Lehrplan wird deutlich:
Religion zu unterrichten ist nicht einfach in einer Zeit, die den jungen Menschen viel Beliebigkeit und Sinnentleertes anbietet.

Begleitung, Ermutigung, Befähigung der Kinder und jungen Menschen zu einem werteorientierten Leben voll von Sinnhaftigkeit.
Das ist  ein sehr, sehr hoher Anspruch.

Und damit noch nicht genug: Denn das  ganz Besondere des RU ist sein "Gegenstand", seine  Mitte: bei allem Historischen, Gesellschaftlichen oder Ethischen geht es um die Rede von Gott und um das Wort, das Gott an uns
Menschen gerichtet hat.


Mit diesem "Blick nach oben" überschreiten wir im RU eine Linie,
die den anderen Fächern nicht gelingt, ja, nicht gelingen kann, weil es nicht ihr Thema ist. Man kann es Spiritualität, Transzendenz oder Glauben nennen.

Für Religionslehrerinnen und "lehrer ist das Tag für Tag eine neue Herausforderung.
Sie tragen mit ihrer Person zu einer Bildung der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei, die im wahrhaften Sinne ganzheitlich zu nennen ist.

Bei den Schülerinnen und Schülern kann sich neben vielen Fertigkeiten
und Wissensinhalten Glauben bilden

Glauben als "ganz gewissestes Wissen", wie der Tübinger
Theologieprofessor Eberhard Jüngel zum Verhältnis von Glauben und Wissen einmal  formulierte. Glauben als "ganz gewissestes Wissen.

Und dabei hilft uns das Wort Gottes, das wir im RU zur Sprache bringen.
Das Wort Gottes kehrt,  wie es beim Propheten  Jesaja heißt,
nicht leer zu Gott zurück, sondern bewirkt, was Gott will,
und erreicht all das, wozu Gott es ausgesandt hat.
                                             

III. Liebe Frau Keinath, Sie übernehmen diese schwierige und schöne Aufgabe.
Ich wünsche Ihnen im Namen des Hohenstaufengymnasiums viel Freude und Erfüllung in diesem Dienst.


Alexandra Lehnert-Branz