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Brief an einen gestressten Papst

Hogy-Advents-Konzert in der Stadtkirche

Ein festliches Adventskonzert mit über 250 Mitwirkenden unter der Leitung von Christian Römer und Peter Joas erlebten die Zuhörer in der voll besetzten Göppinger Stadtkirche. Werke des Barock von Händel und Bach, traditionelle und poppige Bearbeitungen von Weihnachtsliedern sowie dazwischen gestellte besinnliche Lesungen stimmten auf Weihnachten ein

Mit der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel eröffnete das Orchester unter der Leitung von Christian Römer das adventliche Konzert. Obwohl viele jüngere Nachwuchsspieler ihren ersten Auftritt hatten, zeigte die kontinuierliche Arbeit der Musiklehrer am Hohenstaufen-Gymnasium hörbar gute Früchte. So waren Duktus und Tempiwechsel sicher erfasst und zuweilen schöne klangliche Passagen zu hören. Zwei bekannte Tänze, Gaillarde und Pavane, aus „Le Roi s' amuse“ von Leo Delibes rundeten die Vorzüge des Orchesters ab.

Mit auswendig und deutlich artikulierten Weihnachtsliedern „Rudolph, the red-nosed Reindeer“, „Es ist für uns eine Zeit angekommen“, „Go tell it on the mountains“ sangen sich 150 Sänger aus den Klassen 5 und 6 in die Herzen der Zuhörer. Höhepunkt des Abends waren jedoch traditionelle Weihnachtslieder wie „Oh Tannenbaum“, „Vom Himmel hoch“, „Oh Du fröhliche“, die sich in poppigen Versionen mit afrikanischer Trommel, Flöte und Streichern in ganz neuem Gewande präsentierten. Peter Joas hatte den SELF-Chor aus Schülern, Eltern, Lehrern und Freunden der Schule hervorragend eingestellt und begleitete ihn sicher durch afrikanische Rhythmen und Funk- Elemente.

Im dritten Teil wurden Choräle und eine Arie aus dem Weihanchtsoratorium von J.S.Bach von allen Mitwirkenden musiziert. Unterbrochen waren die jeweiligen Musikstücke durch verschiedene durch Simone Mayer ausgewählte besinnliche Texte, die von verschiedenen Sprechern rezitiert wurden. Ein Text „Gönne Dich Dir selbst“ mit Fragen an den Hörer und Aussagen wie „Wer mit sich schlecht umgeht, kann der gut sein?“ hörte sich an wie ein Text von einem Zeitgenossen, entpuppte sich aber am Ende überraschenderweise als ein Brief von Bernhard von Clairvaux an einen seiner ehemaligen Mönche, den damaligen Papst Eugen, den Dritten, der offenbar um das Jahr 1150 ebenso gestresst war wie heute viele unserer Zeitgenossen vor Weihnachten.

Mit herzlichem Beifall bedankte sich das Publikum nach den Darbietungen.

 

AnneroseFischer-Bucher


Artikel in der NWZ am 16.12.2010