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Herbstkonzert und Theaterabend

Bilder einer Ausstellung - Mussorgski

Klangfarben zu Mussorgskis "Bilder einer Ausstellung" durch das Sinfonieorchester unter Christian Römer, dazu Bilderfarben mit Motiven in Großprojektion durch den Neigungskurs Kunst unter Heidrun Gunser sowie solistische und chorische Stimmfarben bei Spirituals und Gospels durch den Kammerchor unter Peter Joas. Dürrenmatts Stück "Romulus der Große" durch die Theater-AG unter Gerald Schelle begeisterte im zweiten Teil des Abends.

Mit musikalischen Illustrationen begann das Sinfonieorchester ganz im Sinne Modest Mussorgskis, der die "Bilder einer Ausstellung" seinem Freund und Maler Viktor Hartmann gewidmet hatte. Der Zyklus der zehn Bilder wird jeweils von der "Promenade" unterbrochen, soll heißen, der Komponist ging im Ausstellungsraum von Bild zu Bild, was die Zuschauer in der Stadthalle bequemer hatten: sie konnten die dazugehörigen Bilder, die der Neigungskurs Kunst entworfen hatte, auf einer Großleinwand anschauen. Zwei der Bilder - "Gnom" und "Die Hütte auf Hühnerfüßen" -wurden in der virtuosen Originalfassung für Klavier von Michael Hauser gespielt, die anderen Bilder in einer Fassung für Orchester. Der Gnom, ein kleiner Zwerg, bewegt sich tappig auf seinen krummen Beinchen, während die Hütte auf Hühnerfüßen die Behausung der russischen Hexe Baba-Jaga darstellt, in die sie verirrte Menschen lockt und auffrisst. "Das alte Schloss", in dem ein Troubadour sein Lied singt, "Bydlo", der Ochsenkarren mit gewaltig rumpelnden Rädern, "Die Katakomben", vor denen auf dem Originalbild der Maler selbst in Paris steht, und "Das große Tor von Kiew" wurden trotz kleinerer Intonationstrübungen bravourös vom Orchester gespielt. Eine besonders respektable Leistung des Ensembles unter Christian Römer war die Darstellung des Ochsenkarrens durch präzise Rhythmik, große Klangfülle und abwechselnde Klangfarben.

Der Kammerchor unter Peter Joas  interpretierte leicht und beschwingt Gospels und Spirituals wie " Sing with us", "Oh happy day", "It's a me. oh Lord", "This is not the time", "May the Lord send angels", "To my father's house" und "Put a little music in your life". Aus dem Chor waren verschiedene Solisten mit ganz verschiedenen Stimmfarben jeweils in die Arrangements eingebunden, begleitet von Michael Hauser am Klavier. Viel Szenenbeifall für Chor und Sinfonieorchester.


Im zweiten Teil des Abends spielte die Theater-AG unter Leitung von Gerald Schelle "Romulus der Große" von Friedrich Dürrenmatt. Die Elemente von Verblüffung und Überraschung gelangen dem Ensemble ebenso gut, wie Julia Bomblies-Heudorfer als Romulus geschickt die Elemente eines realitätsfernen Philosophen mit denen eines hühnerzüchtenden Kaisers verbinden konnte. der seine Narrenrolle mit Absicht spielt, um das Weltreich zu liquidieren. Allerdings zwingt ihn Germanenfürst Odoaker (Anna Bazle) in eine komplette Pensionierung, anstatt - wie erwartet - ihn zu töten. Und so wiederholt sich der Gang der Geschichte, dem der einzelne nichts entgegensetzen kann und dem nach Dürrenmatt nach der Wurstelei des Jahrhunderts nur noch die Komödie als Sprache von Freiheit übrig bleibt. Eine überzeugende darstellerische Leistung des Schülerensembles, das am Ende zurecht viel Beifall bekam.