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Richard Strauss - Der Rosenkavalier

von Melanie Kühner

Gliederung:

1. Allgemeines
2. Informationen zum Komponisten
3. Hauptpersonen und Personenkonstellation
4. Handlung
5. Musik
6. Inszenierung in Stuttgart
7. Quellen

1. Allgemeines

* Titel: Der Rosenkavalier
* Sprache: Deutsch
* Uraufführung: 26.Januar 1911 in der Semperoper in Dresden
* Ort: Wien
* Zeit: um 1740, den ersten Regierungsjahren Maria Theresias
* Musik:Richard Strauss
* Libretto:Hugo von Hofmannsthal
* Spieldauer:etwa. 3 ¾ Stunden
* Gattung:Komödie in 3 Aufzügen
* Entstehungsjahr: 1909/1910


2. Informationen zum Komponisten

Richard Strauss wurde am 11.Juni 1864 in München geboren.

Er war besonders bekannt für seine erzählende Musik und seine Opern. Zu den bekanntesten Opern zählen "Elektra" und "Salome".

Er galt als einer der erfolgreichsten Dirigenten seiner Zeit. In München, Meiningen und Weimar arbeitete er als Kapellmeister und später an der Berliner Hofoper (1898 " 1918) und an der Wiener Staatsoper (1919 " 1924).

Strauss schrieb über 250 Musikwerke. Noch heute werden seine Stücke in der ganzen Welt aufgeführt.

Er starb am 8.September 1949 in Garmisch- Partenkirchen.

3. Hauptpersonen und Personenkonstellation

* Feldmarschallin Fürstin Werdenberg
* Baron Ochs auf Lerchenau
* Octavian Graf Rofrano
* Herr von Faninal, reicher Neuadliger
* Sophie
* Jungfer Marianne Leitmetzerin
* Valchazzi und Annina, Intriganten

 

4. Handlung:

1. Akt

Zu Beginn des ersten Aktes sitzt die Feldmarschallin alleine in ihrem Zimmer und schaut in den Spiegel. Mit einem plötzlichen Schlag zertrümmert sie diesen. Octavian " ihr junger Geliebter " erscheint und eine leidenschaftliche Liebesnacht beginnt, die vom Erscheinen des Barons von Ochs gestört wird. Aus Angst vor dem Gatten verkleidet sich Octavian als Kammerzofe Mariandel. Doch nicht der Gatte sondern der Vetter der Fürstin erscheint und beginnt sogleich der Zofe den Hof zu machen.

Der Baron bittet um einen Brautwerber für seine baldige Hochzeit mit der bürgerlichen Sophie. Die Fürstin schlägt ihm Octavian vor, um die silberne Rose nach der Tradition der Braut zu überbringen.

Als die Feldmarschallin wieder alleine ist, erinnert sie sich an ihre eigene verzwungene Ehe in jungem Alter. Sie merkt, dass auch Octavian bald keinen Gefallen mehr an ihr finden wird und schickt ihn, da dieser ihre Bedenken nicht versteht, weg.


2.Akt

Im Hause Faninal herrscht große Aufregung denn alle warten auf die Ankunft des Brautwerbers für die Tochter Sophie. Als dieser in Gestalt von Octavian erscheint ist es um Sophie geschehen. Sie verliebt sich in Octavian und vergisst überdies ihre Zuversicht gegenüber der bevorstehenden Ehe.

Die Zuneigung wird durch das rüpelhafte Auftreten des Barons zerstört. Über das Entsetzen Sophies ist der Baron unbekümmert und zieht sich mit Herrn von Faninal zurück. Währenddessen gestehen sich Octavian und Sophie ihre Liebe.

Sophie erklärt dem Baron, dass die Hochzeit nicht stattfinden wird. Dieser ist zuerst unbekümmert, beharrt jedoch auf die Eheschließung, doch als Octavian ihn mit dem Degen verletzt wird der Baron wütend.

Doch als Annina - die sich mit Octavian zusammengeschlossen hat um den Baron hinters Licht zu führen -  dem Baron einen Brief Mariandels überbringt, indem diese um ein Treffen mit ihm bittet, beruhigt sich dieser wieder.

3.Akt

An einer zwielichtigen Stelle treffen sich der Baron und Mariandel (der verkleidete Octavian). Während der Baron ihr näher kommt, bemerkt er die Ähnlichkeit mit Octavian.

Nun beginnt das Verwirrspiel. Es erscheint Annina, als Ehefrau verkleidet, mit Kindern, die den Baron als Vater ansprechen.. Panisch alarmiert dieser die Polizei und steht nun unter Verdacht der Verkuppelung und Verführung Minderjähriger.

Als Ochs seine wahre Identität nicht bezeugen kann, gibt er Mariandel als seine Ehefrau aus doch diese Lüge wird vom ankommenden Herrn von Faninal aufgedeckt, der sogleich einen Schwächeanfall erleidet. Nun erscheint die Fürstin und deckt alles auf. Der Baron beginnt zu begreifen, was hier geschieht und begreift aber auch, dass er nun um all seine Möglichkeiten gebracht wurde und zieht sich zurück. Er verzichtet auf die Hochzeit mit Sophie.

Diese und Octavian bleiben nun mit der Feldmarschallin zurück. Octavian steht nun vor der Entscheidung Sophie oder die Fürstin. Die Fürstin gibt Octavian Sophie und geht. Ob Sophie und Octavian heiraten bleibt offen.

5. Musik:

Orchester:
* 3 Flöten
* 3 Hörner
* 3 Klarinetten
* 12 Trommeln
* große Trommel
* Klavier
* Cembalo
* Schellen
* Streicher

"Die Musik ordnet den Text unter. Es gibt keine Möglichkeit der Musik nicht zu folgen und anderes zu formulieren." (Xavier Zuber)

"Oft wird die Feinheit Hofmannsthals durch das riesige Instrumentarium Strauss' brachial zerschlagen." (Stefan Herheim)

6. Inszenierung in Stuttgart

Premiere: 01.11.2009
Musikalische Leitung: Manfred Honeck
Regie: Stefan Herheim
Dramaturgie: Xavier Zuber

Zur Dramaturgie

Der Rosenkavalier verbindet die Zeit des 18.Jahrhunderts mit der Zeit des 20. Jahrhunderts. Mehr noch werden die Sehnsüchte der Gegenwart auf die Vergangenheit projiziert. Die Themen der Epochen werden in Konfrontation gestellt.

Doch die Marschallin blickt in die Vergangenheit und erinnert sich an alte Zeiten. Zu Beginn gleicht das Stück einer Supernova, es wird die Welt der Marschallin erschaffen. Sophie und Octavian stellen das Spiegelbild der Marschallin und des Marschalls dar. Ihr Zerschlagen des Spiegels zu Beginn des Stücks zeigt den Bruch der Marschallin mit dem Bild als repräsentative Gattin.

Oft stellt sich dem Zuhörer die Frage: Wer steht im Mittelpunkt der Personenkonstellation? Die Zuhörer?

Hofmannsthal erschafft in seinen Figuren eine Menschennähe, die den Zuschauer mitfühlen lässt.

Es wird die Grenze zwischen dem Realen und dem Imaginären gezeigt.

Die meisten Figuren werden in Form von tierähnlichen Gestalten dargestellt. Sie entspringen der Fantasie der Fürstin. Sie sollen ihr klarmachen, dass sie eine Aufgabe in ihrem Leben hat, die es zu erfüllen gilt. Sie zeigen den hohen Rang der Fürstin.

Sie lebt in der Angst alt zu werden und bald nicht mehr attraktiv genug für die Männer zu sein (sie weiß, dass Oktavian sich bald nicht mehr für sie interessieren wird). Doch sie gelangt aus dieser "Depression" heraus und arrangiert sich mit dem Älterwerden, "ist doch der Lauf der Welt" (Monolog).

Als der Baron, in den Augen der Feldmarschallin, als männlicher, rücksichtsloser Eros erscheint, wiederholt sich nun ihre Geschichte in Form von Sophie erneut. So reift die Idee Octavian als Brautwerber vorzuschlagen.

Hofmannsthal hat hinter der Komödie den Blick einer Frau auf ein ganzes Zeitalter versteckt.

Auf der einer Seite dieser alten Zeit stehen der Adel und die Monarchie; auf der anderen Seite steht der aber immer schwächer werdende Adel. Er wird nach und nach abgelöst und entmachtet. Im Stück zeigt sich dies im Hause des Herrn von Faninal, er steht für das Aufstreben des Bürgertums gegenüber des Adels.

Oft behandelt das Stück Themen, die nicht mehr aktuell sind. Themen aus der Vergangenheit.

Diese Welt der Dinge zum Leben zu erwecken, beflügelt Theaterleute schon immer. Das Zusammenspiel zwischen Zuhörer und Bühne bestimmt das Spiel auf der Bühne.

(Xavier Zuber)

 

7. Quellen

Reclams Opern und Operettenführer
Begleitheft zur Oper
Einführungsmatinée (25.10.09)
www.staatstheater.stuttgart.de
www.richardstrauss.at
www.opera-guide.ch