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Opern-AG im Schuljahr 2011/2012

Vier Opernbesuche an der Staatsoper Stuttgart sind geplant.

Für folgende Opern sind Karten vorbestellt:

Mittwoch, den 09. November 2011
Orpheus u. Eurydike“ von Christoph Willibald Gluck

Freitag,  den 18. November 2011
Fausts Verdammnis“ von Hector Berlioz

Freitag,  den 13. Januar 2012
Figaros Hochzeit“ von Wolfgang Amadeus Mozart

Samstag,  den 24. März 2012
Die glückliche Hand“  von Arnold Schönberg und „Schicksal“ von Leós Janácek

Am Tag des Opernbesuches ist, eine Stunde vor Beginn, eine Einführung von einem Mitglied der Dramaturgie vorgesehen.
Wir fahren mit BW-Tickets bzw. mit Privat-PKW nach Stuttgart.
Eigene Eindrücke und Kurzfassungen der Werke werden die Schüleran dieser Stelle veröffentlichen. 

Gemeinsamar Opernbesuch für Eltern und ihre Kinder

Pinocchios Abenteuer“, eine Oper für Kinder von Jonathan Dove (Uraufführung 2007) gespielt an der Staatsoper Stuttgart.
Auf folgenden Nachmittagstermin möchte ich hinweisen:

Sonntag, 13. November 2011

Kartenbestellung übers Internet, bei Rückfragen bin ich gerne behilflich.


Informationen zu den Opern aus dem Jahrbuch der Stuttgarter Staatsoper:


Orpheus und Eurydike
Orphée et Euridice

Eine Koproduktion mit dem Stuttgarter Ballett
Der Mythos berichtet von Orpheus, der den Verlust Eurydikes, die am Hochzeitstag an einem Schlangenbiss verstarb, nicht verwand, mit seinem Gesang die Unterwelt bezwang du sie so zurückgewann. Doch da er das Gebot brach, sie erst nach Rückkehr aus der Unterwelt anzublicken, verlor er sie auf Neue. Nicht im Mythos, aber in Glucks Oper erbarmt sich Amor noch einmal nach einer der Schönsten Arien der Musikgeschichte wird Orpheus Eurydike zurückgeschenkt.
Für die französische Fassung von 1774 schuf Gluck einige seiner berühmtesten Ballettmusiken wie den Reigen seliger Geiser und den Furientanz.

Fausts Verdammnis
La Damnation de Faust

Bei der Charakterisierung des Musikers Berlioz schwankte Schumann zwischen „Genie“ und „musikalischem Abenteurer“. Die Alternative ist falsch. Berlioz ist dann genial, wenn er sich ins musikalische und szenische Abenteuer stürzt. Faust Verdammnis ist ein solches. Wie kaum ein anderes Werk hat diese 1846 uraufgeführte „Dramatische Legende“ dem europäischen Musiktheater den Weg in die Moderne gewiesen. Berlioz Figuren sind Agenten und Opfer einer Gesellschaft, in der allein die Interessen der nackten Zahlung gelten. Die von Goethe übernommenen Geschehnisse und die von Mephisto arrangierte Liebe zwischen Faust und Marguerite (Gretchen) und die Hinrichtung der verlassenen und zur Mörderin gewordenen Geliebten begegnen und hier in traumhafter Entstellung. Auch seinen Protagonisten liefert Berlioz dem Wechselspiel von Illusion und Desillusionierung aus: welcher Eindruck, welches Gefühl, welches Bild der realen Ereignisse „stimmt“? In der andrängenden Bilderflut vergeht dem erlebenden Subjekt Gewissheit. Vermag der Bilderzauber das Streben nach authentischer Erfahrung zu ersticken?
Dieses unkonventionelle Werk stell eine Aufforderung and das Theater dar, eine eigenständige Geschichte zu erfinden, die die von Berlioz entworfenen existentiellen Situationen mit ihrer Zwängen und Entscheidungsmöglichkeiten bildstark und psychologisch glaubwürdig in der Erscheinungswelt unserer Gegenwart verortet.

Figaros Hochzeit
La Nozze di Figaro

Am Hochzeitsmorgen von Figaro und Susanna. Susanna eröffnet Figaro, dass ihr Dienstherr, der Graf, Figaros Beförderung sowie eine großzügige Mitgift an eine Bedingung knüpft: Susanna soll sich ihm noch vor der Hochzeitsnacht hingeben. Da Figaro um seine Stellung fürchten muss, wagt er keinen direkten Protest. Doch es sind weniger seine Intrigen als die klugen Listen Susannas und der Gräfin, die am Ende eines „tollen Tages“ den Grafen zum Aufgeben bewegen.
Mozart selbst suchte sich 1786 Beaumarchais´  verbotenes Theaterstück Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit aus und verwandelte es in die vielleicht geistreichste und bewegendste musikalische Komödie der Operngeschichte

Die glückliche Hand / Schicksal (Osud)
Niemals ist die Gestalt des Künstlers emphatischer und gnadenloser zugleich erhöht worden als in Schönbergs 1913 vollendetem „Drama mit Musik“ Die glückliche Hand. In einem expressionistischen Traumprotokoll gibt sich ein Künstler willentlich dem Glück des Scheiterns und dem Gelächter einer unsichtbaren Menge preis. Das knapp 20minütige Werk ist von musikalisch überbordender, frei atonaler Spontaneität und Prägnanz.
Janácek selbst hat die Oper Osud, an der er nach der Uraufführung seiner Jenufa bis 1906 arbeitete, auf der Bühne nie erlebt. Er schuf hier ein Theater ganz aus dem Geist seiner Musik, dessen lyrische und dramatische Höhepunkte zu den großen in ihrer Eigenart unwiederholbaren Momenten seines Schaffens zählen. Das Libretto ist ohne literarische Vorlage entstanden, eine Verarbeitung persönlichster Erlebnisse. Der 80minütige Dreiakter koterkariert die Entstehungsgeschichte einer Oper, die letztlich Fragment bleibt, mit drei traumatischen Schüsselszenen aus dem Leben ihres fiktiven Komponisten.
Zwei Partituren, zwei Meisterwerke, zwei musiktheatralische Entwürfe, die als unaufführbar galten, obwohl sie lange schon als Herzstück im OEvre ihrer Komponisten anerkannt sind. Entstanden sind sie im Abstand weniger Jahre, kurz vor der Zäsur des Ersten Weltkriegs, der alle Gewissheiten hinwegfegte, die beide Künstler in ihrem Metier bereits durchleuchtet und verabschiedet hatten.

Pinocchios Abenteuer
Kaum geschnitzt, wünscht sich die Holzpuppe Pinocchio nichts sehnlicher, als ein Junge aus Fleisch und Blut zu sein. Doch Mensch sein ist verzwickt. „Wer nicht hören will, muss fühlen“, da kennt das aus der Fabelwelt entsprungene Völkchen keine Gnade, allen voran die Blaue Fee, die den Jungen mit einem Programm aus Zuwendung und Liebesentzug zu formen sucht. Bis sich Pinocchios großer Traum erfüllt, treibt ihn seine Neugier von einer fantastischen Katastrophe in die nächste. Und kaum ist er ein echter Junge geworden, trauern wir da nicht insgeheim um die spitzbübische Holznase?
Jonathan Doves 2007 uraufgeführte Oper für Erwachsene und Kinder greift Carlo Collodis unvergessliche Erzählung auf.


September 2011
gez. Römer