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Schreib-Projekt "Wände - Mauern"


Leidgeschichte einer Mauer im Krieg


Die Mauer trafen dunkle Schatten,
Geprägt von Einsamkeit.
Die Augen ließ sie stets geschlossen,
Damit sie nicht mehr sah das Leid.

Ihre kühle, grau-bemooste Haut,
Ward einst aus Steinen aufgebaut.
Um Schönheit auszusenden,
Und kühlen Schatten zu spenden.

Sie träumte einst von bessren Zeiten,
Als sich's hier leichter ließ verweilen.
Als noch die roten Rosen blühten,
Und keiner dacht an Kriege-Wüten.

Hier saß ein Liebespaar in sich verschlungen,
Geschützt vor des Menschen neugierigen Blick.
Es fühlte sich sicher ohne Reue
Und wollte nie mehr nach Haus zurück.

Da ward ein Funken Wehmut wach,
In sich so stark den Schmerz sie fühlte.
Ach käm die Zeit doch je zurück,
Wo man noch spüren konnt dies Glück.

Doch da, ein Vogel kam geflogen,
Setzte sich auf ihren rauhen Schoß,
Und kurz danach, eh sich's versah,
Die Mauer war plötzlich nicht mehr da.

Zerfallen durch des Krieges Macht,
Wie grausam war die letzte Nacht.
Zerbombt, zerstört, sie gibt's nicht mehr,
Stattdessen ist der Platz nun leer.

© Carolin Drews