Navigation

Russlandaustausch 2014

Im Rahmen des zur Tradition gewordenen Schüleraustauschs zwischen dem Hohenstaufen-Gymnasium Göppingen und dem Physikalisch-Mathematischen Lyzeum St. Petersburg war in diesem Jahr eine Gruppe aus 24 Schülerinnen und Schülern zu Gast in Göppingen. Im Verlauf des bunten kulturellen Programms hatten die Gäste vom 10. Juli an zehn Tage lang die Gelegenheit, regionale Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten zu erkunden, den Alltag an einer deutschen Schule kennenzulernen und in das Leben einer deutschen Familie einzutauchen.

Wenn man die russischen Austauschpartnerinnen und Austauschpartner fragt, was einen Schultag in Deutschland von einem Schultag in Russland unterscheidet, liegt die erste Antwort auf der Hand: der Beginn. Während der Schultag am Physikalisch-Mathematischen Lyzeum in St. Petersburg erst um 9 Uhr beginnt, saßen die russischen Schülerinnen und Schüler hier gemeinsam mit ihren deutschen Partnerinnen und Partner pünktlich um 7.35 Uhr auf ihren Plätzen und erwarteten den Beginn der Stunde. Dabei bekamen sie ganz unterschiedliche Fächer zu sehen: Geschichte in englischer Sprache, der sogenannte Bili-Unterricht, der am Hohenstaufen-Gymnasium verstärkt angeboten wird, erlebten mit, wie Katharina Blum in Heinrich Bölls Erzählung ihre Ehre verliert, durften im Mathematikunterricht ihre Kenntnisse einbringen und sich an physikalischen Experimenten probieren.

Nach dem Unterricht standen Ausflüge der verschiedensten Art auf dem Programm: So wagte man sich gemeinsam mit den deutschen Austauschpartnerinnen und -partnern zunächst in die Höhen des Laichinger Kletterwalds, um anschließend hinabzusteigen in die Tunnel der benachbarten Tiefenhöhle. Weniger aufregend, aber mindestens genauso spannend erlebten die Gastschüler die Führung durch die Tübinger Altstadt mit anschließender Stocherkahnfahrt auf dem Neckar, in deren Verlauf das ein oder andere „Stochertalent“  entdeckt wurde. Aktiv wurden die Schülerinnen und Schüler auch bei der gemeinsamen Wanderung am Filsursprung. „Für das Kennenlernen und die Gemeinschaft beim Schü-leraustausch ist es in unseren Augen zentral, dass man viele gemeinsame Dinge wie zum Beispiel diese Wanderung und das Grillen unternimmt. So etwas macht am meisten Spaß“, erzählen drei Schülerinnen aus der 10. Klasse, die bereits zum zweiten Mal am Austausch teilnehmen. Von den geographischen Besonderheiten ging es dann weiter zu den technischen Errungenschaften  der Region, die im Stuttgarter Mercedes-Benz-Museum ihren wohl einprägsamsten Ausdruck finden und so wurde der Museumsbesuch ein besonderes Highlight für die 17 Jungen der Gästegruppe, das abgerundet wurde durch die Besichtigung der Landeshauptstadt Stuttgart. Und als am Freitag der letzte Ausflug des Programms in das Salzbergwerk Bad Reichenhall anstand, konnten die Teilnehmer des Austauschs kaum glauben, wie schnell die gemeinsame Zeit vergangen war.

„Der Austausch ist für die Schülerinnen und Schüler, die bei uns an der Schule Russisch lernen, meistens das Highlight ihrer Lernzeit. Endlich haben sie die Gelegenheit, die von ihnen erworbenen Kenntnisse anzuwenden und durch praktische Erfahrungen im Umgang mit den Austauschpartnerinnen und -partnern auszubauen“, erzählt Sarah Tziolas, Russischlehrerin am Hohenstaufen-Gymnasium. Die interkulturelle Kompetenz, das Verständnis und die Aneignung kulturspezifischer Besonderheiten, heute erklärtes Ziel ein jedes Fremdsprachenunterrichts, würde nirgends auf diese intensive Weise gefördert wie beim Schüleraustausch. „Wir sind den russischen Kolleginnen und Kollegen, die bereits seit Jahren an der Durchführung des Austauschs mitwirken, sehr dankbar, dass sie durch ihr Engagement auch in diesem Jahr die Begegnung zwischen unseren Schulen möglich gemacht haben, und freuen uns schon sehr auf unseren Besuch in St. Petersburg im nächsten Jahr“, so Sarah Tziolas weiter.