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Kultursprache Spanisch

Córdoba, Mezquita
Granada, Alhambra (Löwenhof)

Die spanische Sprache ermöglicht gleichermaßen den Zugang zur Geschichte und Kultur Spaniens und Lateinamerikas. Nachfolgend soll dies an ausgewählten Bespielen dargestellt werden.

Muslimische Herrschaft auf der iberischen Halbinsel

Im VIII. Jahrhundert eroberten nordafrikanische Stämme weite Teile der iberischen Halbinsel. Vom 8. - 15. Jahrhundert führte die weitgehend friedliche Koexistenz von muslimischer, christlicher und jüdischer Kultur zu einer Blütezeit der Architektur, Medizin, Technik und Literatur. Die wohl bekanntesten baulichen Zeugnisse dieser Epoche sind die Moschee von Córdoba und die Alhambra in Granada, die heute zum Weltkulturerbe der UNESCO gezählt werden.

Übersetzerschule von Toledo: Koexistenz dreier Kulturen
Alfons X. von Kastilien (1251-1282; aus dem Libro de los juegos)

Nach der teilweisen Rückeroberung weiter Gebiete der iberischen Halbinsel von den Mauren verbreiteten Erzbischof Raimund von Toledo und später Alfons X. ("Der Weise") im 12. / 13. Jahrhundert die Idee der Übersetzerschule von Toledo. Hier wurden Antike Schriften, die in Europa bis zum Mittelalter unbekannt waren oder verloren gegangen waren, aus dem Arabischen zurück übersetzt.

Hierzu arbeiten Übersetzer der drei Kulturen eng zusammen und machen die späteren Grundlagen der abendländischen Kultur (Aristoteles, Platon) dem europäischen Sprachraum wieder zugänglich. Ein Jude oder Mozaraber übersetzte mündlich aus dem Arabischen in einen spanischen Dialekt, danach wurde eine Endfassung in kastilischem Spanisch angefertigt. Anschließend konnte eine Übersetzung ins Lateinische vorgenommen werden, um die Schriften in ganz Europa verständlich und zugänglich zu machen.

Entdeckung und Eroberung Amerikas

Mit der "Entdeckung" Amerikas durch Christoph Columbus im Jahre 1492 beginnt ein "Siegeszug" der spanischen Sprache und Kultur in weiten Teilen des amerikanischen Kontinents: mit Schwert und Feuer werden neue Untertanen gewonnen und zum Christentum bekehrt. Die Ausbeutung des Goldreichtums der Ureinwohner durch Eroberer wie Hernán Cortés und Francisco Pizarro und der Handel mit neuen Rohstoffen führt in Spanien zum Erstarken des Adels und zur systematischen Unterdrückung des Bürgertums.

Hernán Cortés, Moctezuma II. und Malinche

Während die spanische Krone mit den riesigen Gold- und Silbermengen aus den Beutezügen ihre politische und militärische Macht stärkte, kündigte sich eine katastrophale Inflation im Weltreich an. Im Jahre 1588 wurde die spanische Armada von britischen Schiffen vernichtend geschlagen " die uneingeschränkte spanische Vorherrschaft war gebrochen. Spanien entwickelt sich bis ins 20. Jahrhundert hinein vollkommen anders als Frankreich, England oder Deutschland. Es bleibt in der Industrialisierung und der bürgerlichen Entwicklung ca. 150 Jahre zurück.

Don Quijote und sein Knappe Sancho Panza
Miguel de Cervantes Saavedra auf der spanischen 50-Cent-Münze
Miguel de Cervantes: Don Quijote

Durch den unermesslichen Reichtum aus der Neuen Welt entfremdet sich der spanische Adel mehr und mehr von körperlicher Arbeit. Das mittelalterliche Ständedenken verfestigt sich. An dieser Stelle setzt Miguel de Cervantes mit seinem Helden Don Quijote ein, einem Mann aus dem niedrigsten Adel, der eher das Leben eines Tagelöhners als das eines Adligen führt.

Dennoch versucht der Mann sich als reisender Ritter, der sich seine einfach seine eigene (Traum-)Welt erschafft. Cervantes unkonventioneller Held findet so Eingang in die Weltliteratur und kann als erster Roman der abendländischen Literatur und als Bindeglied zwischen Mittelalter und Neuzeit gesehen werden. Vom weltberühmten und sprichwörtlichen Kampf des Helden gegen die Windmühlen handelt das achte Kapitel des ersten Bandes ...