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Russland Austausch 2019 - eine erlebnisreiche Reise in eine der schönsten Städte Europas

Vom 02.04.2019 bis zum 13.04.2019 waren 14 Schülerinnen und Schüler zusammen mit Frau Tziolas und Frau Braun-Kotzerke auf dem Schüleraustausch in St. Petersburg. Diese Möglichkeit besteht bereits seit über 20 Jahren für alle russisch lernenden Schülerinnen und Schüler am Hohenstaufen-Gymnasium. Letztes Jahr empfingen wir bereits die russischen Schülerinnen und Schüler des physikalischen-mathematischen-Lyzeums 239, eine der führenden Eliteschulen Russlands. Dieses Jahr verbrachten  wir zwölf Tage in Russland, in welchen wir viel erlebt haben und von denen wir berichten werden.

Am 02.04 ging es schon um sechs Uhr am Göppinger Bahnhof los. In St. Petersburg wurden wir sehnlichst erwartet und herzlich von unseren Gastfamilien in Empfang genommen. Der erste Abend wurde dann zusammen mit der Familie verbracht.

Am nächsten Morgen trafen wir uns um neun Uhr in der Schule, wo drei russische Schülerinnen eine Schulhausführung für uns vorbereitet hatten. Dabei erfuhren wir, dass die Schule, sowie einige der Schüler schon viele verschiedene  Preise und Auszeichnungen erhalten haben. Außerdem besuchten wir die Turnhalle, den Festsaal und ein Labor, in welchem die Schüler  wissenschaftliche Experimente mit einer hervorragenden Ausstattung gefördert durch Samsung oder den russischen Staat durchführen können.  Wir bekamen einen Eindruck vom Ehrgeiz und Niveau der  geforderten Leistungen und dem sehr hohen Leistungsdruck, unter welchem unsere Austauschschüler stehen. Später entdeckten wir zusammen mit unserer Reiseführerin Olga und unserem Busfahrer Igor St. Petersburg. Zudem besichtigten wir eine unter die Haut gehende Gedenkstätte für die  Opfer der Leningrader Blockade der deutschen Armee während des Zweiten Weltkrieges.

Am Donnerstag besuchten wir in der ersten Stunde den Unterricht unserer Austauschpartner. Anschließend besuchten wir die berühmte Ermitage, von der ein Teil zum Winterpalast gehört. Die Ermitage ist ein beeindruckendes Kunstmuseum, das sowohl alte als auch neue Kunst  ausstellt. Im Anschluss fuhren wir mit der Metro zurück zur Schule, was sich immer wieder als ein besonderes Erlebnis erweist, da Metro fahren in St. Petersburg gar nicht so einfach ist, aber prächtige Stationen , weit unter der Stadt präsentiert. Zur Eremitage sind wir aber hin und zurück zu Fuß gegangen, weil das Wetter außerordentlich schön war.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln gelangten wir am darauffolgenden Tagen in den Vorort von St. Petersburg – Puschkin. Dort befindet sich die Schule, an der der bekannte  russische Dichter Alexander Puschkin studierte. Darüber hinaus besuchten wir den Sommerpalast  der Zarenfamilie mit dem rekonstruierten Bernsteinzimmer.

Nach den vielen Ausflügen stand nun das Wochenende für uns vor der Tür. Es gab Schüler, die am Samstag zur Schule mussten, andere  konnten auch freigestellt werden. Der Nachmittag wurde für Ausflüge innerhalb der Gastfamilien genutzt. Beliebte Ziele waren diverse Kirchen, bekannte Sehenswürdigkeiten, die nicht mit der Klasse besucht wurden und Theater- oder Balletbesuche in einem dem vielen prächtigen Theatersäle St. Petersburgs. Sonntags konnte man ausschlafen und nachmittags wurden Ausflüge (z.B. in eine Banja, ins russische Museum,  über die Dächer, Eishockey etc.) mit den Familien oder untereinander geplant.

Zu Wochenbeginn saßen wir alle um 9.15 Uhr wieder mit unseren Austauschpartnern im Unterricht. Danach nahmen wir wie so oft die Metro und besuchten die Isaaks Kathedrale. Zuerst schauten wir uns die Kathedrale von innen an und Olga erzählte uns viel über die Geschichte und aufwändige Bauweise dieser beeindruckenden Kathedrale. Anschließend stiegen wir nach oben auf die Aussichtsplattform, wo wir eine wunderschöne Sicht über ganz St. Petersburg  hatten. Später fuhren wir mit der Metro weiter zu der neuerbauten Gazprom-Arena, in welcher auch die Fußball WM 2018 stattfand.

Nachdem nun schon eine Woche unseres Aufenthaltes bei schönstem Sonnenschein vergangen war, brachen wir erneut zu einer Exkursion auf.  Jetzt schneite es sogar. Dieses Mal ging es in das Museum „Kunstkammer“. Die Bestände dieses Museums zählen zu den vollständigsten anthropologischen und völkerkundlichen Sammlungen der Welt. Besonders beeindruckend war die Sammlung von menschlichen und tierischen Föten, die missgebildet und schon tot auf die Welt gekommen waren. Anschließend erkundeten wir das Optik-Museum, in dem es auch zahlreiche Selbstversuche gab, wie beispielsweise eine Wand, an welcher man mit seiner Handykamera zeichnen konnte.

Am nächsten Tag durften wir wieder die erste Stunde der russischen Schüler miterleben. Danach fuhren wir alle zusammen zur Universität. Dort erhielten wir eine Führung durch das Universitätsgebäude – auch Wladimir Putin hat dort Jura studiert – und das universitätseigene  Museum. Anschließend besuchten wir die Zimmer des berühmten Chemikers Mendelejew, dem Erfinder des Periodensystems, die heute ein kleines Museum darstellen. Eine Führung durch ein molekularmedizinisches Labor rundete den Vormittag ab. Wir konnten auch in der  alt ehrwürdigen Mensa zu Mittag essen.

Am Donnerstag, unserem vorletzten Tag, besuchten wir die Inselstadt Kronstadt. Jedoch mussten wir dafür die Metro nehmen und anschließend eine Stunde mit dem Bus fahren, da Kronstadt auf der Ostseeinsel Kotlin liegt und es erst seit wenigen Jahren einen Weg für Autos gibt. Dieser Weg wurde auf dem Damm des Meers erbaut und ermöglichte eine tolle Aussicht. Als wir in Kronstadt ankamen, begann gleich unsere Führung. Wir sahen eine  Kapitänskirche, Statuen von bekannten Persönlichkeiten und einen Wunschbaum, der Glück bringt, wenn man drei Mal um ihn herumläuft , seine Wünsche in den Baum flüstert und Geld in ein Vogelnest wirft. Später gingen wir Richtung Hafen und als wir zurück schlenderten, entdeckten wir einen kleinen Souvenirshop, wo wir erfolgreich  Schlüsselanhänger, Matrjoschkas, Pelzmützen  und vieles mehr einkauften. Am Ende nahmen wir wieder die öffentlichen Verkehrsmittel  für  nur 40 Rubel  für über 50 km, um zur Schule zu gelangen, wo unsere Austauschpartner auf uns warteten, um mit uns den restlichen Tag zu verbringen.

Der letzte Tag vor unserer Heimreise begann damit, dass wir mit unseren Austauschpartnern in die erste Stunde gegangen waren. Danach machten wir uns auf den Weg zum Eisbrecher „Krasin“. Auf dem Schiff wurde uns dessen aufregende  Geschichte nähergebracht, aber es wurde auch viel über dieTechnik, wie denn überhaupt so ein Schiff betrieben wird, erzählt. Im Hafen stand auch einer der russischen Atomeisbrecher, den wir von der Ferne begutachten konnten. Bevor wir uns auf den Weg zurück zum Lyzeum machten, hatten wir noch etwas Freizeit, die für die letzten Einkäufe genutzt wurden. Nach Ende des Unterrichts haben wir alle noch zusammen Tee getrunken. Es wurden Abschiedsgeschenke verteilt und sehr viel gelacht.

Um 7.30 Uhr trafen wir uns am Flughafen und wurden von unseren Gastfamilien verabschiedet. Zwei Stunden später saßen wir  endlich alle im Flieger zurück nach München. Erst gegen 16 Uhr waren wir nach einer langen Zugfahrt wieder zurück in Göppingen, wo wir von unseren Familien schon erwartet wurden und somit eine unvergessliche Reise zu Ende ging.

 

Michelle, Evita, Carina, Angelina (9b)