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30 Jahre Förderverein – neue Wohlfühl-Sitzlandschaft am HoGy

Einladender, flott gestaltet und vielseitig nutzbar ist das Foyer des Hohenstaufen-Gymnasiums: Am Sonntag wurde die von den Architekten Felix Becker und Astrid Kirchner (sTudio 211) gestaltete  neue Sitzlandschaft bei einer Matinee der Schulfamilie zugänglich gemacht. Jetzt können die HoGy-Schülerinnen und -Schüler in den Pausen, über Mittag und manchmal sogar während des Unterrichts gemütlich im Eingangsbereich sitzen, das Forum für Veranstaltungen nutzen, Filme oder Bilder anschauen oder einfach nur „chillen“. Integriert in die neue Wohlfühl-Welt sind mit dem Tisch-Kicker auch der sportliche Bereich und mit dem völlig neu gestalteten Aquarium die Lebendigkeit der Natur, deren Büsche, Bäume und Rasenflächen auch durch die hellen Fenster hereinschauen und das Ensemble ergänzen. Eine schicke Licht-Installation beleuchtet die in hellen Tönen gehaltenen Sitzelemente. Felix Becker, Abiturjahrgang 1992 am HoGy, Innenarchitekt des Büros „sTudio 211“, erläuterte seine Absicht, die Gestaltungsformen des Behnisch-Baus aufzunehmen und aus dem Durchgangsraum mit vier Türen und einer Treppe für die Schülerinnen und Schüler einen gemütlichen Ort der Begegnung zu schaffen, wie er sich ihn als Schüler auch gewünscht hätte. Dass ihm dies hervorragend gelungen ist, beweisen die Reaktionen der Jugendlichen: Sie nutzen die neuen Möglichkeiten begeistert.

Den Einbau ermöglicht hatte in erster Linie der Förderverein des Hohenstaufen-Gymnasiums, der so sein 30jähriges Bestehen feierte. Schulleiterin Martina Wetzel dankte allen Beteiligten, dem Vorstand des Fördervereins, der Elternschaft und allen weiteren Spendern dafür, dass durch ihre Hilfe der Eingangsbereich „nicht nur optisch aufgewertet, sondern auch als kommunikativer Raum mit der Möglichkeit zum Verweilen wahrgenommen wird.“ Besonders begrüßte sie den Initiator des Fördervereins, OStD i.R. Franz Albus, der auch mit 89 Jahren noch der Schule eng verbunden ist, und die jungen Musiker Jule Heil, Sarah Höfer, Elena Ruccius und Michael Hierlemann, die mit Streichquartetten von Haydn, Mozart und Joplin die Veranstaltung bereicherten.

Heiko Rau, der Vorsitzende des Fördervereins, übergab die neue Einrichtung an die Schule und wies gleichzeitig auf die zahlreichen Spenden hin, die der Verein in seiner 30jährigen Geschichte zur Belebung und Verschönerung des HoGy genutzt hatte: zahlreiche Computer, Original-Gemälde ehemaliger HoGy-Schüler, Blumentröge, Sportkleidung, Bühnenausstattung, ein großes Fernrohr für die Sternwarte, ein Wasserspender für die neue Mensa und nicht zuletzt spannende Veranstaltungen – für all dies zeichnete der Förderverein verantwortlich.

Zu einer solchen spannenden Veranstaltung wurde  die Eröffnungsmatinee dann auch durch Gerd Kolter. Der Lyriker und ehemalige Deutschlehrer am HoGy las Unterhaltsames und nachdenklich Stimmendes aus der Geschichte des Unterrichtens rund um Göppingen und darüber hinaus, so z.B. Hermann Hesses Briefe an seine Eltern über die Unterrichtsmethoden von Rektor Bauer, seinem geliebten und doch auch gefürchteten Lehrer an der Göppinger Lateinschule: Stolz berichtet er etwa, dass dieser ihn  zu einem der drei „Windbeutel“ ernannt habe, „um dem Herrn Rektor allerlei kleine Dienste zu erweisen.“  Bei den anwesenden Schülern fanden die Texte von Alexander Spoerl besonderen Anklang; in seinen „Memoiren eines mittelmäßigen Schülers“ ging es nämlich auch ums ständige Zuspätkommen und die immer wieder notwendigen kreativen Ausreden. Mit welchen Erwartungen ein Schulmeister sich zu Zeiten des Absolutismus auseinanderzusetzen hatte, formulierte der in Geislingen unterrichtende Lehrer und Dichter Schubart in - teilweise fiktiven - Briefen von Eltern: Er sollte z.B. ihrem groben und ungebildeten 13jährigen Sohn, der aber immerhin schon bis zum O im Alphabet gekommen sei, in zwei Monaten Schreiben und Rechnen beibringen und ihn dabei ganz sanft anfassen – wofür er auch ein Stück Butter zum Lohne erhalten werde.

Die Besucher der Festmatinee am HoGy erhielten am Ende der Veranstaltung nicht nur ein Stück Butter: Der Mensaverein wartete mit einem zauberhaften Büffet auf, so dass bei einem ausgedehnten Stehempfang mit kulinarischen Köstlichkeiten viele gute Gespräche möglich waren.

UB