Navigation

HoGy à Frankreich 2006

Ein kleiner Bericht über die Abenteuer von 17 Schülern im fernen Miribel.

Es war morgens, früh morgens. 16 Schüler des HohenstaufenGymnasiums in Göppingen standen mit genauso verquollenen Augen wie jeden Montag vor dem Schulschwimmbad. Aber sie standen nicht vor einem Lehrer, sondern vor dem Bus, der sie zu ihren Austauschschülern nach Miribel (bei Lyon) in Frankreich bringen sollte. Die 17. sollte noch kommen. Ein paar Minuten zu spät, aber immerhin noch rechtzeitig damit die Fahrt pünktlich um 8 Uhr losgehen konnte. Als dann endlich alle wach waren herrschte im Bus die ganze Fahrt über eine super Stimmung. Mit der entsprechenden Gesellschaft lässt sich eben auch eine 10 StundenFahrt mühelos überbrücken. Angekommen wurde man auch gleich mit einem riesen Abendessen begrüßt. So konnte es doch locker weitergehen!

Dass Schule in Frankreich ein ganzes Stück anders ist sollten wir gleich am ersten Tag (an dem wir selbstverständlich unsere Partner begleitet haben) feststellen. Nach dem Klingeln sammelten sich alle Schüler,uns eingeschlossen, auf dem Hof, warteten auf den Lehrer und liefen dann klassenweise ihm hinterher ins Gebäude. Der Unterricht verlief für die meisten von uns Laien-Franzosen mangels Sprachkenntnisse recht langweilig. Höhepunkt des Mathematikunterrichtes in der 4° war dann aber als am Ende der Stunde der Lehrer Sportwetten für das nächste Spiel der allgemeinen Lieblingsmannschaft Lyon gegen Mailand annahm. Richtig getippt hatte leider keiner von uns...

Auch wenn uns gesagt wurde wir sollten unsere Schulsachen zum Lernen mitnehmen, viel Zeit dafür blieb nicht. Eigentlich rein gar keine. Frau Schuler und Frau Braun, unsere Begleitlehrer sorgten mit ausreichend Programm dafür, dass wir die Mathebücher mit gutem Gewissen in der Ecke lassen konnten. Wir besichtigten als erstes die Madonna von Miribel. Zu Fuß den Berg hoch, wie es sich gehört. Da die Schule in Frankreich allerdings bis 17 Uhr geht hatten wir aber trotz des schönen Wetters nochmal die Gelegenheit unsere französischen Freunde in den Unterricht zu begleiten. Ich bin mir sicher, wenn wir mehr verstanden hätten, hätte es zumindest ansatzweise interessant sein können.

Nächsten morgen schrieben die 4° in einem Fach namens "Europe", welches sich, wir der Name es vermuten lässt mit Europa befasst, einen Test. Der Lehrer teilte uns auch ein Blatt aus und lud uns freundlich ein mitzuschreiben , doch wir lehnten dankend ab. Danach ging es mit dem Bus ab nach Lyon. In ein Miniaturmuseum. Auch wenn Museen in der Beliebtheitsskala bei Schülern meist nicht an der Spitze rangieren, es war doch verblüffend, dass es rote Lackschuhe auch in Stecknadelkopfformat gibt uns wie detailgetreu alles, sei es auch noch so winzig, war. Das Wetter war....naja. Als wir anschließend dann in einen Stadtteil gegangen sind, in dem es riesige bemalte Wände zu sehen gab war die Stimmung wegen des Regens und der Kälte, und obwohl sich die Führerin zweifellos Mühe gab, auf dem Tiefpunkt.

Donnerstag besuchten wir, trotz fortdauernder Eiseskälte, den Markt. Auch wenn er klein war gab es eine ganze Menge zu sehen und frisches Gemüse hat seine ganz eigene Schönheit. Wenn man zudem den Marktleuten versichert hat, dass ihre Stände viel schöner waren als die in Deutschland waren sie auch noch überaus freundlich. Anschließend gab es Mittagessen. Da die Schule ja noch eine Weile ging, und nicht alle direkt neben der Schule wohnten war die Kantine zwar keine besonders geschätzte aber doch annehmbare Lösung. Zum Teil war es undefinierbar, aber es war beruhigend zu sehen, dass die Franzosen das genauso sahen und alles was ihnen suspekt war auf direktem Weg Retour machte.

Freitag besuchten wir dann die 'Grottes du Cerson'. Die Grotten waren wunderschön. Als wir erfuhren, dass sie privat waren wollten wir natürlich Wissen was sie denn gekostet haben. Unsere Führung war aber leider nicht bereit den Preis für ihr Naturwunder zu nennen. Vielleicht hatte sie Angst, dass wir zusammenlegen und sie abkaufen. Wer weiß? Anschließend besuchten wir noch die Kupferschmiede, in der die Töpfe für den französischen Meisterkoch Paul Bocuse hergestellt werden.

Dann war auch schon Wochenende. Die meisten von uns nutzten es aus und gingen in Lyon mal so richtig Geld ausgeben. Auch sonst waren die zwei Tage, da waren sich alle einig, zum Vergnügen da. Dienstag stand nochmal Lyon auf dem Stundenplan. Wir machten eine Spurensuch-Rallye durch die Altstadt, schlenderten diesmal über einen anderen Markt und durften dann auch noch ein letztes Mal die zahlreichen Läden abklappern.

Mittwoch morgen war dann Abfahrt. Einige vergossen Tränen, (besonders die Französinnen, die sich in die deutschen Schönlinge verguckt hatten) andere waren eher froh, ihre Austauschpartner los zu sein. Eine aus unserer Runde hat sich so unwohl in ihrer Familie gefühlt und sich mit ihrer Partnerin überhaupt nicht verstanden und ist dann in Folge dessen am vorigen Wochenende ausgezogen. Von da an lief aber alles wie geschmiert und keiner bereute es, an dieser Aktion Teil genommen zu haben. Wie zehn Tage vorher stiegen wir in den Bus und fuhren zurück Richtung Heimat.

Julia Meisel Klasse 8b